BEISPIELE VON UNVERNUNFT IM QURAN
Im Quran werden unterschiedliche Beispiele von Unvernunften angeführt, die die Menschen im Laufe der Geschichte ausführten. Sicherlich ist deren Kenntnis sinnvoll, damit wir die von der Unvernunft angerichteten Schäden besser verstehen und uns vor deren Ergebnissen hüten.
KORAH MIT SEINEM SCHATZ
Im Quran teilte Allah folgendermaßen mit, dass Er Korah vom Stamme des Propheten Moses einen großen Besitz vermachte:
Dem Vers ist zu entnehmen, dass die anderen Stammesangehörigen Korah daran erinnerten, nicht zu vergessen, dass Allah selbst ihm diesen Schatz zukommen ließ und dass er sich bei Allah bedanken, und den Schatz in einer Allah wohlgefälligen Weise verwenden muss. Doch Korah glaubte sich über deren Ermahnungen erhaben und behauptete, dass dieser Reichtum ihm aufgrund von Wissen gegeben wurde, über das er verfügt:
Dieses großspurige Verhalten Korahs und die Annahme, dass aller Reichtum allein auf ihn selbst zurückzuführen ist, ist sicherlich ein törichtes Verhalten. Denn der einzige und wahre Eigentümer von Reichtum ist Allah und Er gibt nach Seinem Wunsch demjenigen so viel, wie Er wünscht und nimmt es zur gewünschten Zeit auch wieder ab. Diese, von Allah erlassenen Bestimmung kann der Mensch weder durch Wissen noch durch Reichtum oder Prunk ändern.
Die Unvernunft Korahs wurde an eben diesem Punkt deutlich. Im Glauben daran, dass der Schatz ihn vor von Allah bestimmten Unbill und Bösem schützen kann, trat er großspurig auf. Doch anstelle Allah zu danken, und den Reichtum zu Seinem Wohlgefallen zu verwenden, war er bemüht mit irdischem Prunk Ansehen zu gewinnen.
Das törichte Verhalten Korahs ließ auch die Toren innerhalb des Stammes deutlich werden. Diejenigen, die ihre Klugheit nicht zu benutzen verstanden, wünschten sich sehnlichst, an der Stelle Korahs zu sein, als sie ihn in seinem prunkvollen Reichtum sahen; die Klugen jedoch erinnerten daran, dass Reichtum und Prunk gesegneter ist, wenn mit ihm der Wohlgefallen Allahs gewonnen wird und verurteilten sein Verhalten folgendermaßen:
Da sich Korah so wichtig nahm, vernichtete Allah schließlich sowohl ihn, wie auch seinen Reichtum; weder Reichtum noch die anderen Dinge, die er zu besitzen behauptete, schützten ihn vor der Qual. Diejenigen, die in Anbetracht von Korahs prunkvollen Lebens noch eben an dessen Stelle sein wollten, verstanden rasch, wie falsch sie dachten, als sie erkannten, was ihm zustieß:
DIE BESITZER DES GARTENS
Die im Quran als Besitzer des Gartens bezeichneten Personen befinden sich in einem ähnlichen Irrtum wie Korah und weisen ein ebenso törichtes Verhalten auf. Auch sie hatten vergessen, dass der Garten, den sie besitzen, eine von Allah gegebenen Wohltat ist. Im Quran wird von ihrer Situation folgendermaßen berichtet:
Eben darin liegt die Unvernunft der Gartenbesitzer. Denn kein Mensch kann sich sicher sein, was die Zukunft bringt. Allah kann den Menschen zu jeder von Ihm gewünschten Zeit mit einem Ereignis überraschen oder den Menschen in ein völlig anderes Umfeld geraten lassen. Deshalb liegt das klügste und schönste Verhalten, das ein Mensch in einer solchen Situation an den Tag legen kann darin, sich stets bewußt zu sein, dass Dinge nur mit der Erlaubnis Allahs geschehen und dies von Allah wünschen. Im Quran wird folgendermaßen ausgedrückt, welches Verhalten diesbezüglich an den Tag zu legen ist:
Der Fehler der Gartenbesitzer lag darin, dass sie vergaßen, dass Allah der Besitzer von allem und Herrscher über alles ist. Als sie am Morgen schließlich dorthin gingen, erkannten sie ihren Irrtum und ihre Unvernunft. Denn Allah hatte ihren Garten heimgesucht und die Wurzeln der Feldfrüchte austrockenen lassen, damit sie verstehen, dass Allah der wahre Besitzer von Macht sowie von Hab und Gut ist:
Die weltliche Gier der Gartenbesitzer verdeutlicht sich in der folgenden Unterhaltung, die sie am Morgen führten, als sie zum Garten gingen ohne von der neuen Situation zu wissen:
An diesem Punkt begingen sie eine andere Unvernunft: Denn sie vergaßen, dass Allah ihr Zeuge ist, wenn sie ihrer weltlichen Gier Ausdruck verleihen. Sie erwartete, auf dem Weg zum Garten von Armen behindert zu werden. Haben sie jedoch von Allah erbeten, dann reicht die Kraft der Armen nicht aus, sie zu behindern. In Erwartung der durch den Verkauf der Gartenfrüchte entstehenden Einnahmen waren sie so von Gier befallen, dass sie glaubten an einem anderen Ort zu sein, als sie sahen, was mit ihrem Garten geschehen war. Doch dann verstanden sie, dass die Ursache in ihrem undankbaren Verhalten und ihrer mangelnden Dankbarkeit zu suchen ist und begannen, sich selbst wegen ihrer Unvernunft Vorwürfe zu machen:
DER SOHN NOAHS
Der Prophet Noah rief sein Volk auf an Allah zu glauben, doch außer einer kleinen Gemeinschaft war niemand dazu bereit. Allah teilte Noah folgendermaßen mit, dass er das Volk vernichten wird und Böses für sie bereithält:
Dem Befehl Allahs zufolge, welcher dem Propheten Noah mitgeteilt wurde, baute er ein Schiff. Wiederum auf Befehl Allahs hieß er alle Gläubigen und seine Familie das Schiff zu besteigen:
Doch der Sohn des Propheten Noah zog es vor, das Schiff nicht zu besteigen und bei den Leugnern zu bleiben. Der Prophet Noah aber, der wusste, dass Allah seinen Sohn im Wasser ertrinken lassen würde, rief ihn dazu auf, die Arche zu besteigen und mit ihnen zu kommen. Doch der Sohn beharrte darauf, auf einen Berg zu flüchten, der ihn vor der Überflutung schützen sollte:
Dem Propheten Noah war es nicht möglich, seinen Sohn vor den Wellen zu schützen und auch der Berg, auf den er flüchtete, bot keine Rettung. In seiner Unvernunft begriff der Sohn des Propheten Noah sicher, dass es keine Macht außer Allah gibt, der ihn vor dieser, wiederum von Allah kommenden Qual zu schützen in der Lage ist. Denn ebenso wie es Allah ist, der die Wellen schuf, so ist es wiederum Allah, der den Berg schuf und diesen nachgeben läßt. Wenn Allah eine Person oder ein Volk vernichten will, dann gibt es keine Macht und keinen Zufluchtsort, der hiervor schützen kann.
Schließlich erinnerte auch der Prophet Noah seinen Sohn an diese Tatsache. Dabei benutzte er die Worte “Heute gibt es keinen anderen Beschützer vor dem Befehl Allahs als den Beschützer Allah.” Doch der Sohn hielt diese Mahnung für unwichtig. Trotz der Warnung gehorchte er nicht dem Botschafter Allahs, so dass die Gegenleistung für seine Unvernunft das Ertrinken in den Wellen war.
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